GESCHICHTE

 

Vereinsgeschichte ab 1936

 

Aus den allerersten Protokollen: «Es war ein ausserordentlicher Glücksfall, dass an der Wiege des Orchestervereins in der Person von Toni Ackermann ein begnadeter Schreiber und Chronist anzutreffen war. Im Dezember 1934 scharte sich unter der Initiative von Uhrmacher Germann Kully, Goldach, ein kleines Grüppchen Musikbeflissener zusammen, um an Weihnachten mit dem Cäcilienverein (heute Katholischer Kirchenchor) im Hochamt mit dem Lied ’Stille Nacht, Heilige Nacht’ mitzuwirken. So anspruchslos und bescheiden die Töne von der Empore klangen, die Kirchbesucher waren nicht desto weniger über diese Neuheit erfreut. Das Orchesterchen, vor allem der rührige Maestro Kully, verspürte Frühlingswind und liess den Plan aufkommen, auf Ostern 1935 gleich mit einer kompletten Messe aufzuwarten.» Weiter heisst es: «An einem schönen Maiabend besammelten sich auf dem Trottoir an der Bruggmühlestrasse Germain Kully, Titus Stirnimann, Max Immler und Toni Ackermann. Es wurde dann des Eingehendste darüber besprochen, was für die nähere Zukunft unternommen werden solle in Bezug auf die Möglichkeit, Zweckmässigkeit und das Bedürfnis einer späteren Orchestervereinsgründung.
» Es schien ein guter Stern über dem vierblättrigen Kleeblatt zu walten. Man einigte sich, nichts zu überstürzen, aber mit aller Energie die Freude an der Orchestermusik bei den Mitwirkenden und beim Publikum zu fördern. Nachdem das ad hoc Orchester sich an verschiedenen Anlässen im Jahre 1935 bewährt und dem Publikum gebührend vorgestellt hatte, wurde die Gründungsversammlung auf Sonnabend, den 26. April 1936 einberufen. Als eigentlicher Initiant wurde immer wieder Germann Kully erwähnt. Zweifelsohne haben auch die beiden Lehrer Fridolin Vollmeier und Albert Köppel entscheidend zur Gründung beigetragen. Nicht zuletzt auch deshalb, weil von beiden eine hübsche Tochter auf der Gründerliste figurierte. Der Schlusssatz im Gründungsprotokoll hat nichts an Aktualität eingebüsst, es heisst dort: «Goldach hat nun ein Orchester. Wir wollen hoffen, dass seine Ziele und Bestrebungen je und je von einem guten Geist begleitet werden, um einerseits stets neue Freunde zu begeistern und andererseits dem Verhältnis zwischen Verein und Öffentlichkeit das Wichtigste zu erhalten – ’Die volle Harmonie’.» Die enge Verbindung mit dem Cäcilienverein ist unübersehbar. Das Engagement in der Kirchenmusik war von Anfang an klar und selbstverständlich.
Die Orchesterianer wollten aber nicht nur ein mehr oder weniger braves Kind des Kirchenchors sein, sondern eben ein eigenständiges Vereinsleben pflegen und gestalten. Die Geselligkeit kam von Anfang an zu ihrem Recht. Nebst Abendunterhaltungen in den frühen Jahren kam auch die klassische Musik nicht zu kurz. Konzerte mit dem Sängerbund wurden ebenso gepflegt

Die volle Harmonie « » 40-Jahr-Konzert im November. Regelmässig spielen wir im Seniorenheim und begleiten den Kirchenchor in den Orchestermessen zu Ostern und zum Kirchenfest und gelegentlich zu Weihnachten. Seit dem Jahre 2001, als Rainer Thiede das Dirigat übernahm, finden in einem fast regelmässigen Turnus von zwei Jahren jeweils gemeinsame Konzerte mit dem Katholischen Kirchenchor Goldach statt. Höhepunkte im Vereinsleben waren bestimmt 1994 ein Chorkonzert mit dem gemischten Chor Ruschein in der Surselva, aber auch das gemeinsame Konzert mit dem Musikverein Melodia Goldach im Jahre 2009, sowie im selben Jahr das 750-Jahr-Jubiläum Pfarrei St. Mauritius mit der Aufführung Dixit Dominus von Antonio Vivaldi und die Festkomposition zum Jubiläumsfest, die Mauritius-Kantate von unserem Orchestermitglied Richard Schmidt. Im Jubiläumskonzert erklingt die erste Sinfonie von Ludwig van Beethoven und das Dettinger Te Deum von Georg Friedrich Händel.